Denk mal - Wir sind ein Denkmal !
Das war der zentrale Slogan des Beitrags der Händler der Ladenstrasse Onkel-Toms-Hütte zum von der Senatorin für Stadtentwicklung, Frau Ingeborg Junge-Reyer, ausgeschriebenem Standortwettbewerb "Mittendrin 2009 - Orte, die bewegen!" Der Denkmalschutz sollte stärker in das Bewusstsein der Kunden rücken, die überwiegend ebenfalls in geschützten Siedlungen wohnen - und dies zu schätzen wissen! Deutlicher Beleg für das Bewusstsein der Anwohner ist Unmut darüber, dass die von Bruno Taut entworfene Großsiedlung im Umfeld der Ladenstrasse nicht wie ähnliche Stadtbereiche Berlins in das Unesco-Welterbe aufgenommen wurde.
Der U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte ist wie alle Bahnhöfe der 1929 in Betrieb genommenen Erweiterung der U-Bahn bis Krumme Lanke in Tieflage gebaut mit einem Mittelbahnsteig. Bedingt durch die Tieflage kommt von der Seite zu wenig Licht, so dass andere bauliche Lösungen gefunden werden mussten als bei den S-Bahnhöfen, die von oben kein Licht hereinkommen lassen. Es wurde in Mittellage ein Fensterband eingebaut, das im Normalfall eine zusätzliche Beleuchtung am Tag überflüssig macht.
Die beiden Kopfbauten wurden von Alfred Grenander entworfen. Besonders die Ostseite zeigt seine Handschrift mit der durch Backsteinsäulen betonten Vertikalen. Alfred Grenander entwarf zu dieser Zeit viele Industrie- und Verkehrsbauten in Berlin, u.a. für die BEWAG und den markanten U-Bahnhof Wittenbergplatz, außerdem den Endhalt der Linie Krumme Lanke. Der dortige Vorplatz wird am 7.6.2009 in Alfred-Grenander-Platz umgenannt.
Die Ladenstraße wurde 1932 nach Plänen von Otto Salvisberg an den Bahnhof angebaut als Mittelpunkt der neuen Großsiedlungen. Die Gleichförmigkeit der Läden wurde nur verändert durch die Rampen der Zugänge, weil die Passagen in der Mitte die gleiche Höhe haben wie der Bahnsteig.
Etliche Details sind für die an opulente Einkaufscenter gewohnten Einkäufer heute eher abstoßend, z.B. die gelblichen Fliesen im Eingangsbereich, die Trenngitter zwischen Ladenzeilen und U-Bahn, die mit „funktional" noch positiv beschrieben sind, die eher düstere Beleuchtung und die wenig repräsentativen Eingangssituationen, speziell an der Onkel-Tom-Straße, die eher wie ein Provisorium erscheint, aber so vom Architekten gewollt wurde. Hier zeigen sich auch Schwächen in der Anpassung der später gebauten Ladenzeilen an die nüchtern-funktionale Gestaltung der Bahnhofsbereiche.
Die Ladenzeilen bestanden früher aus annähernd gleich großen Geschäften und gleich gestalteten Fronten und Türen und hatten dadurch ihren eigenen Reiz, der nicht durch Werbeträger, Fahrradständer und Sitzgelegenheiten beeinträchtigt wurde. Der einheitliche Gesamtauftritt aller Läden war beeindruckend, nicht das einzelne Geschäft. Zugleich war die Ladenstraße in fußläufiger Erreichbarkeit konkurrenzloses Nahversorgungszentrum, gestärkt durch die Nutzerfrequenz der U-Bahn.
75 Jahre Einzelhandel konnten mit ihren immer währenden Wandlungen und Anpassungen an die Kundenwünsche nicht spurlos an der Ladenstrasse vorüberziehen. Es wurden Geschäftsflächen zusammengefasst, die Post bekam ihre eigene Fassadengestaltung, fast alle Geschäftsinhaber nutzen die Durchgänge für Warenpräsentation und Infotafeln, so dass das Erscheinungsbild wenig geordnet anmutet, für das individuelle Auftreten der Läden aber fast immer nötig ist.
Die Gestaltung des Vorplatzes an der Westseite gehört nicht zum Denkmal und es gibt derzeit Gespräche zwischen den Eigentümern der Ladenstraße, der Immobilien-Ansorge OHG, und dem Stadtrat für Bauwesen im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Herrn Uwe Stäglin, für eine Neugestaltung mit klareren Strukturen.
Liebe Leser dieser Seite, wir möchte hier gern einige Fotos aus der Vergangenheit einsetzen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei behilflich sein könnten. Die Fotos können auch in den Schaukästen vor der Ladenstrasse ausgestellt werden. Diese Schaukästen sollen künftig mit Objekten zur Geschichte der Ladenstraße ausgestattet werden.
Kontakt: Immobilien-Ansorge (030) 893 83 90
oder Dieter Aßhauer (033200) 85974 Mail: Dieter Aßhauer
Vielen Dank !
Weitere Informationen unter www.papageiensiedlung.de
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Hier 2 aktuelle Fotos des Denkmals von Bruno Taut Riemeister Straße Ecke Argentinische Allee
