Adolf Sommerfeld

„Macher, Denker und Visionär“ Fortsetzung.

 

Die Bebauung der neuen Siedlung entwickelte sich fortan zum Politikum.  An der Onkel Tom Straße sowie entlang der Argentinischen Allee entstanden bezahlbare Reihenhäuser und Mietwohnungen für 2.200 Menschen. Der bürgerlichen Oberschicht wie Bankiers, Kommerzienräten und Professoren, die ihre Häuser entlang des Fischtals bewohnten, passte es gar nicht, dass in ihrer Nachbarschaft nun auch die „kleinen Leute“ einziehen sollten. Schnell wurde der Begriff der „Papageiensiedlung“ geboren, der sich aus der ungewohnten neuen Farbgebung der Fassaden ergab. Die damals im modernen sachlichen Stil und gemessen an den Wohnverhältnissen in den Mietskasernen der Innenstadt gebauten Häuser bekamen neben dem kostengünstigen Flachdach auch einen Farbanstrich in Blau, Rot, Grün, Gelb und Orange. Als sich dann 1928 eine Gegenbewegung aus der gehobenen Mittelschicht bildete, die die Häuser der anderen Straßenseite am Fischtal mit den konventionellen spitzen Satteldächern bebauen ließ, brach der so genannte Zehlendorfer Dächerkrieg aus

 

Die Idee der Umsiedlung von Arbeitern aus dem Ballungsgebiet der Innenstadt in die in den Grunewald eingebettete Waldsiedlung ließ sich anfangs nicht sonderlich erfolgreich realisieren. Eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung mit ca. 70 Quadratmetern kostete seinerzeit immerhin stolze 70 Reichsmark Miete. Die Einkommen in dieser Zeit lagen zwischen 100 Reichsmark für einen Briefträger und ca. 500 Reichsmark für einen Betriebsleiter,. Zum andren lag das Problem in der noch fehlenden Infrastruktur. Es gab noch keine U-Bahn Verbindung, die die Arbeiter zu ihren Arbeitsplätzen nach Wedding, Oberschöneweide oder wo auch immer hätte bringen sollen.

 

 

Auch die Kosten für die schmucken Einfamilienhäuser waren zur damaligen Zeit nicht eben günstig. Bei einer Anzahlung zwischen 3.200 und 4.900 Reichsmark  lagen die Gesamtkosten bis zu 25.000 Reichsmark. Dennoch verkündeten Zeitungen von: „Baurekord !“ und …“Massenandrang von Landhauskäufern“

 

Unternehmerischer Erfolg,  großes soziales  Engagement, seiner Zeit weit vorausdenkend und jüdischen Glaubens sein;

Den Nazis war Adolf Sommerfeld schon lange ein Dorn im Auge.  Nach einem  von den Nazis inszenierten  Anschlag auf  Adolf  Sommerfelds Haus in der Limonenstraße  flüchtete er am 31. März 1933 aus Nazi -Deutschland. Die Flucht führte ihn über Frankreich in die Schweiz. Die Reichsfluchtsteuer über 800.000. Reichsmark, mit der er per Steckbrief gesucht  wurde bezahlte er nach langen Verhandlungen. Er emigriert nach Palästina und von dort nach England wo er den Namen Andrew  Sommerfield annahm. Danach wurde der Sommerfieldring in Wannsee benannt.  

 

Adolf Sommerfeld  starb am 18. Februar 1964 in der Schweiz, wo er auch begraben ist.