Adolf Sommerfeld  I

 

„Macher, Denker und Visionär“

 

Sein Name ist untrennbar mit dem Bezirk Zehlendorf und der Waldsiedlung Onkel Toms Hütte sowie der Verlängerung der U-Bahnlinie vom Thielplatz bis nach Krumme Lanke verbunden

Adolf Sommerfeld wurde am 4.Mai 1886 in Kolmar geboren. Als Lehrling kommt er nach Berlin, später wird er die Baugewerkschule besuchen und die Prüfung als Baugewerkmeister ablegten. Am 06.September 1910 lässt der „Architekt Adolf Sommerfeld in Rixdorf“ die Firma „Adolf Sommerfeld“ notariell anzeigen.  Schon die ersten selbständigen Arbeiten,  Umbau der Berliner Synagoge  und  Bauausführung des Kaufhauses Joseph in Neukölln weisen die Charakteristika seiner späteren Unternehmungen auf. Nachts arbeitet er auf der Synagogenbaustelle, tagsüber  wie gewohnt in Lohn und Brot stehend, beim Kaufhaus in Neukölln, das später der Hertie-Standort wurde. Er ist Bauunternehmer, Polier und Zimmermann zugleich – je nach Bedarf, im Anzug Seriosität ausstrahlend, oder in Zimmermannskluft, selbst Hand anlegend.                                               

 

Seine Firmengruppe „Terrain AG Botanischer Garten-Zehlendorf West“ und die AHAG haben das Gebiet zwischen dem Ausflugslokal „Onkel Toms Hütte“ und dem Fischtal aufgekauft, das als Bauerwartungsland seit 1926 im Gespräch ist.

Sommerfeld arbeitete mit den Architekten Bruno Taut, Hugo Haring und Otto Salvisberg zusammen. Problem war dabei die Verkehrsanbindung an das neu geplante Wohngebiet. Es fuhr nur ein Solowagen bis zum Endbahnhof Thielplatz der U-Bahn. Um die notwendige Infrastruktur zu schaffen bot der Sommerfeld-Konzern kostenloses Gelände und eine Baukostenübernahme für eine oberirdische Verlängerung der „U"-Bahn bis Krumme Lanke an. Damit bekam Berlin praktisch 3 km U-Bahn geschenkt – und Sommerfelds Land konnte bebaut werden.

Spätere verkauft er Teile des Geländes an die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gehag und sichert sich im Gegenzug die Bauausführung des südlichen Siedlungsabschnittes der als „Waldsiedlung Zehlendorf Onkel Toms Hütte“ bekannt gewordenen Wohnanlage. Hier realisieren Architekten wie Bruno Taut, O.R. Salvisberg und Hugo Häring die viel diskutierten Wohnbauten der modernen Architektur. Nutzen will Sommerfeld dagegen die Bebauung des U-Bahnhofs „Onkel Toms Hütte“, darüber einigt er sich mit der „Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen“ zu Berlin. Die Bahnhofsgestaltung nämlich ist eine Lieblingsidee Sommerfelds, der mit seinem Ladenstraßenkonzept an den Typus der Passage anzuknüpfen versteht. Von diesem sehr ambitionierten Projekt werden letztendlich nur die beiden Ladenstraßen parallel zu den Gleisen tatsächlich errichtet. Die projektierten Kopfbebauungen nach den Plänen Alfred Schilds fallen den politischen Verhältnissen zum Opfer.

 

Aber die planerischen Grundlagen für die heutige Ladenstraße waren gegeben.

 

Fortsetzung im nächsten Heft.